Nun ist es passiert. Die CDU wurde bei der Wahl in Sachsen-Anhalt vom Wähler so dramatisch zertrümmert, daß es nicht einmal mehr zu einer Koalition der "Parteien der Mitte" unter Führung der SED reicht. Da richten sich naturgemäß alle Blicke auf den Kanzler und dem fallen nur die üblichen Textbausteine ein: "Die Bundesregierung muß ihre Politik besser erklären und die Menschen emotional stärker erreichen."
Die Arroganz, die hinter diesen Worten steckt, erreicht die Wähler, die der Union den Rücken gekehrt haben, ganz emotional. Da braucht er sich gar nicht zusätzlich anzustrengen. Sie spüren, daß Merz sie für zu blöd hält, seine Politik zu verstehen. Diese Wähler wird die Union niemals wiedersehen, so wie sie auch mit Merz keine Wahl mehr gewinnen wird. Das spüren ganz emotional auch seine leitenden Funktionäre und das versetzt sie in Panik. Sein wüster Kollege aus Düsseldorf will gar den Wahlsieger verbieten. Das ist so albern, daß dadurch sogar Merzens Erklärvorschlag anfängt zu glänzen.
Ein Erklärversuch könnte z.B. positiv besetzte Wörter wie Wachstum aufnehmen. Wachstum konnte die Merzregierung gleich auf mehreren Gebieten erzielen. Besonders stechen hier das Schuldenwachstum und die wachsende Zahl an Insolvenzen hervor. Alle 19 Minuten (!) geht unter Merzens Kanzlerschaft eine Firma pleite. Da muß man doch was draus machen können! Jede Firma, die ihre Produktion einstellt, spart tonnenweise CO2 ein. Merz der Klimaretter! Das hat doch was.
Leider sind die Wähler so blöd (s.o.), daß sie nicht erkennen, wie wertvoll Merzens Beitrag zur Klimarettung ist, sondern ihren eigenen Wohlstand und die Zukunft ihrer Kinder höher einschätzen.
So weit, so schlecht für Merz. Aber wie geht es weiter? Am 20. September finden in Mecklenburg-Vorpommern die nächsten Landtagswahlen statt. Hier droht der CDU die nächste Klatsche. Es droht sogar der Absturz unter die Fünf-Prozent-Hürde. Wenn das geschieht, ist es um Merz geschehen. Dann geht es nur noch darum, ob der September oder der Merz früher zu Ende gehen.
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